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Von Mitte in die Randbezirke

Gentrifizierung © elxeneize - Fotolia.com

Gentrifizierung © elxeneize - Fotolia.com

Das wunderschöne neue Stadtcafé hat gerade eben erst eröffnet und schon sitzen auf den Stühlen die, die entweder jung sind oder Geld haben.Draußen ein paar halb-verrostete 70er-Jahre-Stühle, drinnen ein Interieur, was ein wenig an die ehemalige DDR und englischen Kolonialstil erinnert. Gedämmtes Licht, es richt nach frisch gebrühten Kaffee. Es ist ein Straßencafé im Prenzlauer Berg. Damals noch Arbeiterviertel und belebter Szeneort für junge Menschen und Studenten. Heute sieht man im ehemaligen Camden von Berlin nur noch Familien, vereinzelt junge Menschen.

Der Prenzlauer Berg gilt als sicherer Bezirk. Ein paar Laufmeter weiter von der Borholmer Straße, der letzten richtigen Straße im Bezirk, endet der “Prenz’lberg”, wie er im Volksmund auch genannt wird, und der Berliner Bezirk Wedding beginnt. Hier bietet sich ein anderes Bild, denn hier laufen scheinbar nicht Besserverdienende durch die Straßen, sondern Menschen, die scheinbar nicht der “Oberschicht”, wenn man sie überhaupt so nennen darf, angehören. Ein Kontrastprogramm so zusagen. Die Aufwertung innenstadtnaher Wohnbezirke nennt sich der Prozess, der viele Menschen zum Fluchen veranlasst. Das was also Prenzlauer Berg ereilt hat, wird in den nächsten Jahren auch andere Berliner Bezirke, die nah am Zentrum Berlins liegen, ergreifen. Diesen Prozess nennt man auch Gentrifizierung.

Dabei gibt es vier Phasen dieser Gentrifizierung. In der ersten Phase leben noch Arbeiter und Geringverdiener im Bezirk. So langsam allerdings ziehen Studenten und Künstler in den Bezirk, weil hier die Mieten günstig und für sie erschwinglich sind. Sie machen es sich es in ihrem Bezirk wohl und so langsam ensteht ein Kiez, denn erste tolle Bars und Cafés eröffnen. Es dauert nicht lange, bis auch die Mittelschicht etwas vom Bezirk abhaben möchte und zieht in den Bezirk. Danach folgt die noch höhere Mittelschicht mit einem noch höheren Einkommen und zu guter Letzt die Investoren, die Eigentumswohnung errichten und auf Profit aus sind. Das drängt viele Menschen in den nächsten Jahren an den Rand von Berlin, weil viele Bezirke mittlerweile sehr stark von diesem Prozess beeinflusst sind, wie beispielsweise jetzt in Kreuzberg und auch schon in Neukölln.

Solche Straßencafés wird es in der nächsten Zeit nicht nur in Prenzlauer Berg geben, denn sie gibt es bereits in den anderen Bezirken. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Berlin diesem Prozess erliegt.

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